Über den Tellerrand geschaut – 10 Dinge über Whisky

Über den Tellerrand geschaut – 10 Dinge über Whisky

In diesem Artikel beschäftigen wir uns nicht direkt mit Bier – aber seinem großen Bruder, dem Whisky.
Daher sind auch die Zutaten für die Herstellung für Bier wie auch beim Whisky gleich – Gerste, Wasser und Hefe (nur der Hopfen fehlt beim Whisky). Wenn man sich für Bier interessiert, liegt es naher, dass es einem irgendwann auch der Whisky angetan hat. Darum schauen wir einmal über den Tellerrand und zeigen dir, 10 Dinge die du über Whisky wissen solltest

10 Dinge die du über Whisky wissen solltest

  1. Whisky oder Whiskey?

Sogar heute ist es noch unklar, ob Whisky in Schottland oder Irland zum ersten Mal hergestellt wurde. Beide Länder beanspruchen den Titel der „Erfindung“ für sich. Um irischen von schottischen Whisky zu unterscheiden, begannen die Iren im 20. Jahrhundert die Schreibweise mit „ey“, also Whiskey. Diese Schreibweisen nahmen nach einer Weile auch Einfluss auf Whisk(e)y in anderen Ländern. So unterscheidet man zwischen kanadischen und schottischen Whiskys und irischen und amerikanischen Whiskeys. In den USA findet man aber auch beide Schreibweisen.

  1. Whisky Sorten

Die Unterscheidung in Sorten ist nicht ganz leicht, je nach Herstellungs- und Lagerungsart enthalten Whiskys unterschiedliche Begrifflichkeiten. Wie z.B. Malt (gemälzte Gerste), Bourbon (Mais), Rye (Roggen), oder Grain Whiskys (verschiedenes Getreide). Wird ein Whisky aus unterschiedlichen Getreidesorten verschnitten nennt man ihn Blended. In ihm können sich sogar Whiskys unterschiedlicher Brennereien befinden. Die bekannteste Whiskysorte ist sicher der „Single Malt“. Er beschreibt einen Whisky der nur aus gemälzter Gerste hergestellt und in einer einzigen Brennerei erzeugt wurde. Wie du den Durchblick in Sachen Whisky-Sorten bekommst, findest du hier>>

  1. Whisky Herstellung

Die Herstellung von Whisky ist zu Beginn identisch mit der Herstellung von Bier. Dabei wird Getreide feucht gehalten um Enzyme im Korn freizusetzen. Kurz vor dem Keimen wird das Getreide über Torffeuer oder -rauch gedarrt. Hier kommen die torfigen und rauchigen Aromen ins Spiel. Anschließend wird aus geschrotetem Malz (gedarrtes Getreide) und heißem Wasser eine Maische (Mash) angesetzte. Dadurch wird die Stärke in Zucker umgewandelt und im Wasser gelöst. Nun kommt es durch Zugabe von Hefe zu einem Gärungsprozess wodurch Alkohol entsteht. Für die Weitere Herstellung von Whisky wird der vergorene Sud (Wash) in Brennblasen (Pot Stills) erhitzt. Dadurch trennt sich der Alkohol vom Wasser.
Man erhält dadurch ein Zwischenprodukt (Low Wine) mit ca. 20-25 % Alkohol. Im Anschluss wird dieser „Low Wine“ erneut gebrannt, dadurch wird ein Endprodukt mit 60 – 70 % Alkohol erzeugt. Für die Lagerung wird der Whisky dann in Eichenholzfässer abgefüllt.
Das Destillat muss in den USA mindestens 2 Jahren, in Schottland und Irland 3 Jahre im Fass reifen, bevor es unter dem Namen Whisky verkauft werden darf.

  1. Whisky Regionen

Schottischer Whisky wird zusätzlich in Regionen eingeteilt. Oft bekommen diese sogar einen Zusatz im „Markennamen“. Die Herkunft dieser Region beschreibt zusätzlich geschmackliche- und aromatische Eigenschaften. Die Regionen in Schottland sind:

– Highlands (kräftige bis weiche Whiskies, aromatisch, würzig)
– Lowlands (Weich und leicht, wenig bis keine Torfaromen)
– Inseln (kräftige bis weiche Whiskies, Salzaromen, kein einheitlicher Charakter)
– Islay (stark und intensiv, Torf und Rauch dominieren, Aromen von Salz und Seetang)
– Speyside (milde, süßliche Whiskies, moderate Torf- und Raucharomen)
– Campbeltown (kräftige bis weiche Whiskies, kein einheitlicher Charakter)

  1. Whisky Alter

Besonders Anfänger stellen sich die Frage, wie alt gute Whiskys sein sollten. Dazu gibt es keine „Pauschalrezept“. Fakt ist, dass die jahrelange Reifung im Eichenholzfass für einen Großteil des Geschmacks verantwortlich ist. Der Whisky entzieht dem Holz Aromen und wird durch den „Angels Share“ von Jahr zu Jahr runder und harmonischer. Viele Whiskys erreichen ihren geschmacklichen Höhenpunkt zwischen 10 und 15 Jahren, aber auch durch eine längere Lagerung werden sie nicht schlechter – im Gegenteil. Man kann also sagen: „Um so älter der Whisky, desto geschmacklicher und harmonischer ist er“.

  1. Billiger Verschnitt?

Ein Blend oder auch Verschnitt genannt (beim Wein Cuvée) ist eine Mischung aus verschiedenen Whiskys. Zum Teil befinden sich in Blends bis zu 50 Jahre alte Whiskys. Von einem billigen Verschnitt kann daher nicht die Rede sein!
Der Vorteil von Blend Whiskys ist die Gewährleistung eines immer gleich bleibenden Geschmack und Qualität. Die Kunst der Verschneidung übernimmt in Brennereien der Masterblender.

  1. Wie lange hält Whisky?

Wer sich einen edlen und teuren Whisky gönnen möchte, will natürlich auch lange etwas davon haben. Bei Whisky aber auch allen anderen hochprozentigen Spirituosen, brauch man sich wegen dem Mindesthaltbarkeitsdatum keine Sorgen machen. Ungeöffnet sind Whiskys über 10 Jahre haltbar. Geöffnet verändert sich der Geschmack nach ca. 1-2 Jahren merklich. Dabei wird der Whisky aber nicht schlechter, sondern er wird milder und leichter.

  1. Angel Share

Whisky wird in der Regel mit um die 63 % Alkohol in Eichenholzfässer abgefüllt. Da Alkohol leichter flüchtig ist als Wasser, verdunsten im Laufe der Lagerung ein Teil des Alkohols in den Fässern. Diese Verdunstung von Alkohol nennt man „Angel Share“ (Engels Anteil). Der Alkoholgehalt im Fass sinkt dadurch pro Jahr um 0,5 – 1,0 %. Die gesamte Menge im Fass verliert pro Jahr ca. 2 % an Flüssigkeit. Bei 100 Liter sind das 2 Liter Verlust pro Jahr.

  1. Das Richtige Glas

Im Laufe der Zeit haben sich viele Formen von Whisky-Gläser auf dem Markt etabliert. es gibt dickwandige Becher bzw. Tumbler, filigrane Stielgläser oder eigens für die Aromenentwicklung entworfene „Nosinggläser“. Die Verwendung des jeweiligen Glases ist aber Geschmackssache und abhängig vom Genussmoment.

  1. Ganz schön teuer?

Ein preisgünstiger, guter Whisky beginnt bei ca. 30 € und klettert dann rasch auf 50 €, 100 € oder noch mehr. Da fragt man sich natürlich ob der Preis gerechtfertigt ist?
Und ja, in den meisten Fällen ist dieser Preis gerechtfertigt. Hierzu muss man sich einfach mal die lange Lagerung von 10, 12, 18 oder noch mehr Jahren vor Augen halten, bis der Whisky überhaupt verkauft wird. Hinzu kommen natürlich auch noch die Verluste durch den „Angel Share“. Wer sich gute Whiskys gönnen möchte, sollte den Preis ausnahmsweise vernachlässigen. Immerhin wird die Flasche Whisky ja nicht wie ein Bier in kurzer Zeit getrunken sondern beschert viele Monate angenehme Genussmomente.

Weitere Infos findest du auch unter www.whisky-entdecken.de


Bildmaterial: www.pixabay.com

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