Craft Beer Trend 2015: Wohin geht die Reise?

Craft Beer auf dem Vormarsch – Das ist der Craft Beer Trend 2015

 

Hopfen aus Übersee, Lagerung im Holzfass, fast vergessene Bierstile, so könnte man kurz und knapp die aktuellen Craft Beer Trends in 2015 beschreiben. Wir haben uns die aktuellen Entwicklungen einmal genauer angeschaut.

Immer mehr Bierfestivals oder -messen werden veranstaltet. Neben der bereits bekannten und etablierten Braukunst Live! in München, dem Festival der Bierkulturen in Köln oder dem Berliner Bierfestival fand z.B. auch zum ersten mal die Artbrau in Heilbronn statt. Diese Bierfestivals stellen eine wichtige Plattform dar, um mit Brauern und Vertretern unterschiedlicher Brauereien zu fachsimpeln, sich die Biere und verwendeten Rohstoffe erklären zu lassen und natürlich auch um geniale Craft Biere zu probieren. Die jährlich wachsenden Besucherzahlen sprechen für sich und zeigen das Interesse an besonderen Bieren.

Englische Biere sind bei Craft Brauern beliebt

Pale Ale und India Pale Ale (abgekürzt IPA) bilden quasi (vielleicht ungewollt) das Aushängeschild der „Craft Beer Bewegung“. Diese sehr hopfenbetonte Biersorten bieten den Brauern eine riesige Palette an Möglichkeiten um abwechslungsreiche Biere zu brauen. Neben den vielen verschiedenen Hopfensorten ist auch die Kalthopfung oder das Hopfenstopfen eine oft gesehene Variante um vielseitige Aromen in das Bier zu bringen.

Neuer Hopfen braucht das Land

Craft Beer Trend: Neue Hopfensorten
Craft Beer Trend: Neue Hopfensorten

Durch die vielen Möglichkeiten beim Einsatz von Hopfen hat auch die Züchtung von neuen Hopfensorten einen rasanten Sprung gemacht. Neue Sorten wie „Mandarina Bavaria“ oder „Polaris“, welche Aromen von Weißwein, Mandarine oder sogar Gletschereis-Bonbon entfalten, sind keine Seltenheit mehr. Die „Braumanufaktur Welde“ braut jedes Jahr ein Jahrgangsbier, für welche immer eine ganz besondere Hopfensorte aus einem anderen Teil der Welt verwendet wird. In der derzeitigen Abfüllung wurde z.B. der „Green Bullet Hopfen“ aus Neuseeland verwendet. Aber auch die „Kreativbrauerei Kehrwieder“ aus Hamburg sind wahre Hopfenkünstler. In ihren India Pale Ale´s der „SHIPA-Serie“ wird immer dasselbe Bier gebraut, jedoch immer mit einem anderen Hopfen wie zum Beispiel „Ella“, „Equinox“ und „Azacca“. Die Craft Beer Trends gehen hier klar zu ausgefallenen, zum Teil neuen Hopfensorten aus der ganzen Welt. Der Hopfen steht bei diesen Craft Bieren ganz klar im Fokus. Dabei haben auch die anderen Rohstoffe wie z.B. das Malz eine ganz neue Bedeutung bekommen. Sie sind kein, möglichst billiges Massenprodukt. Die verwendeten Rohstoffe sie sind es, die dem Bier seine Seele, seinen Körper und Charakter geben. Daher bekommen die verwendeten Zutaten auch eine immer größere Wichtigkeit und werden auf den Bieretiketten ausführlich aufgelistet und beschrieben.

Craft Beer als Alternative zum Wein

Dabei entwickelt sich auch ein weiterer Craft Beer Trend der beim Wein schon lange vorhanden ist. Auf den Flaschenetiketten werden Hinweise abgedruckt, welche Rohstoffe beim Brauen verwendet wurden, es gibt Hinweise auf den Geschmack sowie zur optimalen Trinktemperatur. Viele geben auch Empfehlungen zu welchem Essen das Bier harmoniert. Diese Entwicklung ist ein wichtiger Schritt um Bier als besonderes Genussmittel wahrzunehmen. Denn Bier passt mindestens genau so gut als Begleiter zum Essen wie Wein.

Reifung im Holzfass veredelt das Bier

Craft Beer Trend: Reifung im Holzfass
Craft Beer Trend: Reifung im Holzfass

Das zeigt auch ein weiterer Craft Beer Trend, denn viele Brauer gehen noch einen Schritt weiter und lagern ihr Bier in ausgesuchten Holzfässern. Diese waren zuvor zum Beispiel mit Whisky, Rum, Tequila, Wein oder Sherry befüllt. Dadurch bekommt das Bier eine ganz besondere Note. Der BrauKunstKeller brachte erst vor kurzem 4 neue Biere heraus, ein tiefschwarzes Imperial Stout welches 12 Monate entweder in einem Rum-Fass aus Martinique, einem Bourbon-Fass aus Kentucky, einem Tequila-Fass aus Mexiko oder einem Bordeaux-Fass aus Frankreich gelagert wurde.

Alte Biersorten neu interpretiert

Es ist aber nicht nur die Entwicklung zu neuen Hopfensorten oder neuen Lagerungstechniken in Holzfässern. Ebenso kramen viele Braumeister alte Bierrezepturen von fast vergessenen Bierstilen heraus und nach dem heutigen Stand der Möglichkeiten nachgebraut. Die Gose zum Beispiel, ein sehr alter Bierstil der über die Grenzen von Gosslar kaum vertreten ist, erreicht immer mehr beliebtheit. Und das nicht nur in Deutschland, sondern auch bei Craft Brewerys in den USA. Die Welde Brauerei aus Plankstadt hat jüngst solch eine Gose mit dem Namen „Badisch Gose“ auf den Markt gebracht. Sie schmeckt ebenso wie das Vorbild angenehm frisch und süffig mit deutlich erkennbaren mineralischen, salzigen Noten.

Erfreuliche Entwiklungen

Zurückblickend muss man sagen, dass der Craft Beer Trend in 2015 eine enorme Entwicklung gemacht haben und dabei ist das Jahr noch nicht einmal zu Ende. Man darf gespannt sein was die kreativen Brauer sich sonst noch so alles einfallen lassen.


Bildmaterial: www.pixabay.com

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