Die neuen Becks Premiumspezialitäten auf dem Prüfstand

Becks Premiumspezilitäten als Einstieg ins Craft Beer Segment?

Seit März gibt es drei neue Sorten von Becks: 1873 Pils, Pale Ale und Amber Lager. Damit betritt der nächste „Global Player“ neben Radeberger und Bitburger den „Craft Beer Ring“.

Als „Craft Beer“ betitelt der Bierkonzern seine neuen Biere jedoch nicht, sondern würdigt diese nur als „internationale Premiumspezialitäten“.
Die Aufmachung der Flaschen, die Sorten selbst und löblicherweise auch die Angaben zum Bier auf dem Rückenetikett ähneln aber doch sehr dem, was man von „Craft Biere“ kennt. Nur in einem ist sich Becks in Sachen Aufmachung treu geblieben – den grünen Flaschen.

Auch schlechte Presse ist gute Presse

Becks PremiumspezialitätenEigentlich wollten wir die neuen von Becks gar nicht groß beachten. Nachdem nun aber in Foren und anderen Kanälen eifrig über die Becks Premiumspezialitäten diskutiert wird und das Thema für Furore gesorgt hat, haben auch wir uns die Biere genauer angesehen.

Ein ausführlicher, möglichst objektiver Biertest hat sich aber als recht schwierig gezeigt. Wir wollten den Bieren durchaus eine Chance geben und nicht von vornherein drauf los wettern. Doch wie geht man an die Sachen ran? Gar nicht erst viel erwarten und dann positiv überrascht werden? Oder mit der Fachbrille beurteilen und jeden noch so kleinen Fehler kritisieren?

Für unsere Biertests haben wir daher Freunde und Bekannte hinzugezogen und allen die 3 Biere zur Verkostung vorgestellt. Herausgekommen ist ein ausführlicher und ehrlicher Biertest:

Die Aufmachung

Das Flaschendesign ist geprägt von einem große Becks Schriftzug und dem Logo der Brauerei. Damit sind die entscheidenden Design-Elemente wie auch bei den Becks Standardbieren verwendet worden. Mit der schwarzen Verpackung bzw. Etikett und den je nach Bierstil unterschiedlichen Farbgebungen ist das Design doch recht auffallend. Löblich sind die umfangreicheren Angaben auf dem Rücketikett der Flaschen. Dort findet man Angaben zum Alkoholgehalt, dem verwendeten Hopfen und dessen Intensität sowie einem kleinen Aromaprofil. Eine Angabe zu den verwendeten Malzsorten fehlt jedoch leider.

Im Test: Becks Pale Ale

Becks Premiumspezialitäten: Pale AleDas Pale Ale ist eine Biersorte, die viele Möglichkeiten in Sachen Aromen offen lässt. Auch unsere eher unerfahrenen Tester haben eine gewisse Vorstellung von einem guten Pale Ale.

Im Glas zeigt sich das Backs Pale Ale in einer sehr kräftigen intensiven Farbe, die an Bernstein erinnert. Der Schaum baut sich mittelporig auf dem Bier auf und zeigt sich leider als weniger standfest. Aus dem Glas strömen Aromen von Malz, Süße und Teig in die Nase. Moderat sind auch ein paar Hopfenaromen des Cascade-Hopfens zu erkennen. Viel kommt davon aber nicht durch. Erst wenn das Bier eine ganze Weile steht, werden die Hopfenaromen die dann Zitrusnoten mit sich bringen deutlicher.

Beim Antrunk ist das Becks Pale Ale ziemlich schlank. Auch hier überwiegen malzige, süße Aromen, die das Bier recht süffig machen. Der Hopfen gelangt dadurch aber etwas ins Hintertreffen und kann seine Aromen nicht wirklich entfalten. Erst beim Abgang ist eine schwache Hopfung, die dann grasige und zitrusartige Aromen mit sich bringt zu erkennen.

Im Test: Becks Amber Lager

Becks Premiumspezialitäten: Amber LagerAuf das Amber Lager wurde sich bei unserem Biertest am meisten gefreut. So ist diese Sorte doch echt mal etwas Außergewöhnliches. Hoffentlich wurde hier nicht nur das „Becks Gold“ etwas stärker eingebraut.

Im Glas zeigt es eine intensive, kupferne Farbe. Fürs Auge schon einmal sehr nett. Der Schaum rekelt sich feinporig und standfest auf dem Bier. Hier gibt es nichts zu meckern!
Der Geruch erinnert – ohje, doch irgendwie an „Becks Gold“- nur mit etwas intensiveren und süßlicheren Malzaromen.

Die ersten Schlücke des Amber Lager sind gar nicht so schlecht. Deutliche Malzaromen treffen auf einen spritzigen und schlanken Körper, wie man ihn von einem Lagerbier gewohnt ist. Im weiteren Verlauf wirken die Malzaromen dann aber künstlicher und aufdringlich. Es wird ziemlich Süß und der Körper des Bieres wird unausgewogener. Der Abgang ist dann etwas holprig, Malzsüße und eine feine Hopfenherbe versuchen sich gegenseitig auszuhebeln, was ziemliche Unruhe ins Bier bringt.

Im Test: Becks 1873 Pils

Becks Premiumspezialitäten: 1873 PilsDas Becks 1873 Pils ist mit seinen 6 % vol. Alkohol deutlich stärker als das „Standard-Pils“. Das Rezept entstand in Anlehnung an die Pilsbiere aus den Gründungstagen. Auch auf dieses Bier war man bei unserem Biertest gespannt.

Optisch kann man auch hier nicht tadeln. Das 1873 Pils besitzt eine schöne goldgelbe Farbe und eine standfeste, schneeweiße Schaumkrone. Es duftet leicht blumig, moderat malzig aber auch etwas metallen.

Geschmacklich ist es schön ausgewogen spritzig, mit einem leichten Malzkörper und harmonischen Hopfenaromen. Florale und minimal zitrusartige Noten entfalten sich. Der Körper ist schlank aber dennoch ausgewogen. Die Aromen werden auch während des Abgangs beibehalten. Nur eine störende, metallische Note stört die Harmonie.

Fazit:

Becks hat hier auf jeden Fall noch Ausbaupotenzial, die jetzigen Biere erscheinen als wären sie mit angezogener Handbremse gebraut worden. Darf nicht mehr Aroma und Charakter sein? Oder traut man sich einfach nicht an etwas ganz Neues ran?

Die Runde war sich einig, dass die neuen Becks Premiumspezialitäten keine Überflieger sind, ABER auch nicht so schlecht sind, wie es in den letzten Tagen oft verkündet wurde. Sie sind alle trinkbar und sind als Alltagsbiere, die man „eben mal so“ genießt absolut in Ordnung. Klar haben die Biere hier und da ihre Ecken und Kanten, aber gerade dies zeichnet ja auch ein Craft Beer aus.
Gerade jetzt im bevorstehenden Sommer könnten die Biere nette Begleiter zum Grillen sein.

 

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