Interview mit der Munich Brew Mafia

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Interview mit Dario und Niklas von der Munich Brew Mafia

„Munich Brew Mafia“ nennen sich die beiden kreativen Bierbrauer Dario Stieren und Niklas Zerhoch. Erst seit einem Jahr sind die jungen Brauer auf dem Biermarkt vertreten. Ihr erstes Bier, das „Don Limone“ hat jedoch schon von sich überzeugt und fließt bereits vom Hahn des Münchner „Tap House“. Wir haben den beiden in einem Interview ein paar Fragen gestellt und sehr ausführliche Antworten erhalten.

Weitere Infos gibt´s hier.


Hallo Dario und Niklas, stellt euch doch kurz einmal vor.

Dario: Mit 16 wollte ich bereits Brauer werden, habe das aber zugunsten des Abiturs wieder verworfen. Während meiner freiwilligen Wehrdienstzeit habe ich dann eher zufällig herausgefunden, dass man Bier auch studieren kann. Das ist jetzt 5 Jahre her und nun stehe ich mit 26 kurz vor dem Abschluss zum Diplombraumeister. Das noch fehlende Berufspraktikum mache ich nun bei der Munich Brew Mafia, ich hoffe sie sind zufrieden mit meiner Arbeit. Zudem habe ich mir vor zwei Jahren die Biersommelierausbildung bei Doemens durch meinen Werkstudentenjob im TapHouse München finanziert.

Niklas: Auch ich habe mich mit 16 bereits sehr für Bier interessiert. Genau wie Dario habe ich mir mein Studium (Geschichte und Soziologie an der LMU) von Anfang an durch Werkstudentenjobs in der Gastro-Branche mitfinanziert. Gastro deshalb, weil mir vor allem der Kontakt zu vielen verschiedenen Menschen Freude macht. Als letztes Jahr dann eine Stelle im TapHouse zu besetzen war, habe ich mich sehr gefreut. Ich bin leidenschaftlich interessiert an der Vielfalt der Craft Biere und hatte so die Möglichkeit, meine sensorischen Fähigkeiten noch mehr zu vertiefen und zu trainieren und Gästen sehr viele verschiedene Produkte zu präsentieren. Gerade spare ich selbst auch auf den Biersommelier.

Wo habt ihr beiden euch kennengelernt und wie kam es zu der Idee ein eigenes Bier zu vermarkten?

Munich Brew Mafia
© Munich Brew Mafia

Wir kennen uns schon ewig, ganz genau datieren können wir das Ganze nicht, eines ist aber sicher: Wir haben dabei Bier getrunken. Diese Leidenschaft teilen wir beide, weshalb wir vor 5 Jahren angefangen haben hobbymäßig Bier zu brauen. Mir (Dario) hat es einfach nicht gereicht, theoretisch und im Labor immer mehr Wissen über Bier zu erlangen, ich wollte es auch in der Praxis anwenden. Beim allerersten Versuch haben wir so viel Mühe darauf verwendet, Leergut zu generieren um unser Produkt abzufüllen, dass wir versehentlich die doppelte Menge Malz verwendet haben. Über die Jahre und von Sud zu Sud haben wir dann alle Anfänger-Fehler ausmerzen können und auch unsere Ausrüstung hat sich vom Lidl Einkochautomaten zur Brumas Braueule gemausert, die wir immer noch als Versuchsanlage nutzen. Sicherlich hat auch das fortschreitende Studium in Weihenstephan und das dadurch zunehmende technologische Verständnis einen großen Teil dazu beigetragen, dass wir unseren anfänglichen Experimenten immer mehr Feinschliff verleihen konnten. Schließlich hatten wir einige Rezepte, die so gut waren, dass unsere „Testpersonen“ uns inständig angeraten haben, den Schritt zur eigenen Firma zu wagen.

Eigentlich war auch schon immer klar, dass es in Richtung Selbständigkeit geht, nur so jung war es noch nicht geplant. Gerade durch das Thema Craft-Bier kann man sich nun kreativ in der Brauerei austoben. Uns ist es auch sehr wichtig den gesamten Schaffungsprozess eines Produktes begleiten und steuern zu können. Kreativität, Wissen, Trial- und Error, harte Arbeit, Handwerk, Qualität, alles selbstmachen, so ist man am Ende auf sein Produkt erst so richtig stolz. „Wenn du liebst, was du tust, musst du niemals Arbeiten“, frei nach der Weisheit des Konfuzius.

Gibt’s es eine Geschichte oder Bedeutung, dass ihr euch „Munich Brew Mafia“ nennt?

Mafia? Wir? Damit haben wir nichts zu tun!

Euer erstes Bier ist das Don Limone, was ist das Besondere an eurem Bier?

Das Don Limone ist ein Singlehop-Citra-Kellerpils. Langer Name, einiges dahinter: Kellerpils, da es unfiltriert abgefüllt wird, Singlehop, da ausschließlich mit einer Hopfensorte gehopft wird, nämlich dem amerikanischen Citrahopfen – und das gleich 4!!! mal. Dreimal im Heißbereich zur Ausprägung der Bittere und des Aromas und einmal im Kaltbereich mit der sogenannten Hopgun. Die Idee dazu entstand aus der Frage: Was genau ist es, das wir in der Sonne am Eisbach wirklich gerne trinken würden? Was spritziges, fruchtiges, erfrischendes, feinherbes, sexy und hellblondes. Das Bier ist auch für Craftbier-Einsteiger geeignet, da es eine Brücke zwischen dem Gewohnten (Farbe, Alkoholgehalt, Bittere, Pils eben) und dem Neuen, aufregenden (neue Hopfenaromen), also Tradition und Innovation, schlägt.

Hopfung durch die Hopgun, was kann man sich darunter vorstellen?

Die Hopgun ist ein von der Braukon entwickeltes Gerät, mit dem man die Hopfenaromen quasi in das Bier hineinmassieren kann. Sie sieht aus wie eine kleine Rakete, die mit Hopfen gefüllt wird. In der Lagerphase wird das Bier dann mithilfe von Pumpen durch den Hopfen „durchgeschossen“. So kann man die Kontaktzeit mit dem Hopfen genau definieren und die Kontaktfläche wird vergrößert. Auf diese Weise gelangen auch weniger unedle Hopfensubstanzen in das Bier, was die sensorische Qualität verbessert.

Braut ihr euer Bier auf einer eigenen Anlage oder seid ihr als „Gypsy-Brauer“ unterwegs?

Munich Brew Mafia
© Munich Brew Mafia

Getestet wird sehr regelmäßig auf der eigenen kleinen Anlage, für das Verkaufsbier mieten wir uns jedoch in der Camba Old Factory in Gundelfingen ein. Dort haben wir die Möglichkeit den gesamten Brauprozess selbstständig durchzuführen und zu monitoren, was uns extrem wichtig ist. Leider gibt es dort keine Abfüllanlage. Also mieten wir uns einen LKW und bringen das Bier in Tanks zur Abfüllung nach Eitting.

Plant ihr bereits die Anschaffung einer eigenen Brauanlage?

Nun, die Firma gibt es jetzt seit Januar, sie läuft zwar ganz gut an, aber davon uns eine eigene Brauerei hinstellen zu können sind wir noch weit entfernt…

Geschenke an die Familie werden dankend entgegengenommen.

Wo ist euer Bier derzeit erhältlich?

Ganz oben auf unsere Facebookseite haben wir eine Karte gepinnt, die alle Händler, Bars, Clubs und Restaurants zeigt, die aktuell unser Bier im Sortiment haben. Vom Fass gibt es unser Bier allerdings nur im TapHouse.

Wir haben das „Don Limone“ bereits probiert. Es gefällt uns sehr gut! Wann dürfen wir uns auf weitere Biere von euch freuen?

Das freut uns sehr, dass euch das Don Limone gefällt!

Zum Craft Bier Fest München am 03./04.06.2016 in der Gaszählerwerkstatt werden wir Neues vorstellen.

Verratet ihr uns an welchem Bierstil ihr gerade experimentiert?

Woran genau nicht; aber auf dem Craft Bier Fest, soviel sei verraten, wollen wir allen die Möglichkeit geben abzustimmen, welche unserer 3 bereits weit gediehenen Ideen wir als nächstes in groß brauen. Wir freuen uns auf jede Meinung, denn es soll ja ein Bier für interessierte und versierte Bierliebhaber sein, deshalb sollten auch genau die entscheiden.

Welche ist eure Lieblingsbiersorte?

Münchner Export, äh Lambic!, nein Weizenbock, oder doch Amberale, warte Stout, Tripels sind aber auch toll und Quadrupels erst oh und Gruitbier, vielleicht aber auch einfach ein Helles oder Pils…..oder oder oder. Die Frage war gemein, nächste bitte.

Endlich kommt der Sommer und es wird wieder gegrillt. Zu welchem Grillgericht empfehlt ihr uns euer „Don Limone“?

Das Don Limone ist der ideale Apparitiv zur Grillparty, fungiert aber auch super als Platzhalter beim Kohleanzünden. Zum Vorspeisensalat kommts auch gut an, weil es so leicht wirkt, die Krönung wäre aber gegrillter Lachs. Zu Huhn passt die fruchtige Note sehr gut. Die Bittere harmoniert dagegen mit süßlich marinierten Steaks hervorragend. Vor allem aber passt es zu Sonnenschein und guter Laune.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Dario und Niklas für das nette Interview und wünschen viel Erfolg und allzeit „guten Sud“.

 


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