Die sechs Oktoberfestbiere im Test (2010)

Wir haben die letzten Spätsommerabende genutzt, um für euch, die sechs Oktoberfestbiere genauer unter die Lupe zu nehmen. Getestet wurden die sechs Münchner Brauereien, Augustiner, Münchner Hofbräu, Hacker Pschorr, Paulaner, Löwenbräu und Spaten-Franziskaner welche auf dem Oktoberfest in München die einzigen zugelassenen Brauereien sind. Nun wollen wir mal sehen, wie unsere „Kandidaten“ in Sachen Aussehen und Geschmack abgeschnitten haben. Apropos Aussehen, normalerweise trinkt man das Oktoberfestbier oder viel mehr Märzen, traditionell aus dem „Keferloher“, ein Bierkrug aus Steingut. Von daher spielt das Aussehen in diesem Fall eine nicht sonderlich große Rolle.

Paulaner Oktoberfest-Bier

Paulaner Oktoberfestbier

Name: Paulaner Oktoberfest Bier

Biersorte: Märzen / Festbier

Alkoholgehalt: 6,0 % Vol.

Stammwürze: 13,9 %

Trinktemperatur: 7-9 °C

Brauerei: Paulaner Brauerei, Link zur Homepage: Paulaner Brauerei

Herkunft: München, Bayern

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Flaschendesign: Schlichte 0,5l Flasche, mit sandfarbigem Etikett, welches neben dem bekannten blau-roten Paulaner Logo, eine Zeichnung mit drei genüsslich Bier trinkenden Oktoberfest-Besuchern aufweist.

Geruch: Ein sehr würziges Aroma entfaltet sich beim Einschenken, es riecht hopfig und malzig zugleich. Man könnte meinen den erhöhten Alkoholgehalt schon am Geruch erkennen zu können.

Farbe: kräftig goldgelb leuchtendes Bier im Glas.

Schaum: Beim Einschenken schäumt das Bier stark auf und bildet einen feinporigen, fast cremigen Schaum, der allerdings bei unserem Test leider recht schnell zerfiel. Allerdings waren der Geruch und die Farbe so überzeugend, dass man dem Schaum so oder so kaum viel Beachtung schenkt.

Geschmack

Antrunk: Beim ersten Schluck, wirkt das Oktoberfestbier ziemlich weich und leicht, fast etwas wässrig. Ganz und gar nicht das, was man am Geruch zu erwarten erhoffte.

Rezenz: frisch und rein, der Abgang ist geprägt durch seine Süffigkeit. Im Ganzen ein harmonischer Körper.

Abgang: Erst jetzt entfaltet das Bier sein volles Aroma, die Hopfenbittere ist zu erkennen und auch eine weiche Malznote. Trotz seiner ausgeprägten Süffigkeit jedoch ein weicher Abgang.

Fazit:

Gekonnt das Beste für den Schluss aufgehoben. Die eventuell aufkommende Enttäuschung beim Antrunk, macht der Abgang wett. Ein sehr nettes Bier, welches zu überzeugen weiß. Nur Vorsicht beim Genuss größerer Mengen, vom Alkohol ist nichts zu schmecken. 😉

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Augustiner Oktoberfest-Bier

Augustiner Oktoberfestbier

Name: Augustiner Oktoberfestbier

Biersorte: Märzen / Festbier

Alkoholgehalt: 6,0 % Vol.

Stammwürze: 13,9 %

Trinktemperatur: 7-9 °C

Brauerei: Augustiner Brauerei, Link zur Homepage: Paulaner Brauerei

Herkunft: München, Bayern

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Flaschendesign: Traditionell wie auch die anderen Augustiner Biere, präsentiert sich auch das Oktoberfestbier in einer dickbauchigen 0,5l Flasche. Das sehr nostalgisch wirkende Etikett, zeigt ein Oktoberfestmotiv aus dem Jahre 1926.

Farbe: Ein erstaunlich hellgelbes Bier sprudelt ins Glas. Solch helle Farbe ist doch nicht der Vorbote eines Geschmackneutralen Bieres? Humbug!

Schaum: Feine Kohlensäurebläschen steigen empor und bilden eine feinporige Schaumkrone.

Geruch: Ein sehr erstaunliches Aroma ist zu vernehmen. Zum einen sind die Hopfenaromen und die Bitterkeit deutlich zu erkennen, zum anderen sprudelt jedoch auch eine gewisse Süße hervor.

Geschmack

Antrunk: Ein weicher erster Schluck, bestes Brauwasser. Dennoch keine Spur von Wässrigkeit. Ein interessanter Geschmack nach frischem Brot spiegelt sich zwischen feine Malz- und Hopfennoten. Diese runden das Bier gekonnt ab.

Rezenz: Ein durchaus spritziges und frisches Bier, welches seinen Charakter bis zum letzten Schluck beibehält.

Abgang: Wie schon beim Antrunk, bleibt das Augustiner Oktoberfestbier auch beim Abgang ein Geschmackserlebnis. Lecker herb, hopfig und dennoch malzaromatisch. Ein süffiges und dennoch harmonisches Bier.

Fazit:

Für mich persönlich nicht grade das beste Bier aus dem Angebot der Augustiner Brauerei, aber dennoch ein klasse Oktoberfestbier mit interessanten Aromen und einem vollmundigen Geschmack. Zu erwähnen sollte man noch, dass das Augustiner Oktoberfestbier, als einzigstes, aus Holzfässern frisch gezapft wird.

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Löwenbräu Oktoberfest-Bier

Löwenbräu

Name: Löwenbräu Oktoberfestbier

Biersorte: Märzen / Festbier

Alkoholgehalt: 6,1 % Vol.

Stammwürze: 13,7 %

Trinktemperatur: 7-9 °C

Brauerei: Löwenbräu, Link zur Homepage: Löwenbräu

Herkunft: München, Bayern

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Flaschendesign: Die 0,5l Flasche besitzt ein sehr auffallendes hellblaues Etikett. Über dem üblichen Löwenbräu Schriftzug befindet sich eine Abbildung des Löwenbräu-Festzeltes. Auf der Halsbanderole posiert der Löwenbräu Löwe.

Farbe: Das Löwenbräu Oktoberfestbier präsentiert sich nach dem Einschenken in eine recht blasse goldgelbe Farbe

Schaum: Während dem Einschenken schäumt das Oktoberfestbier stark auf und entwickelt eine großporige Schaumkrone. Leider zerfällt diese recht schnell.

Geruch: Schon während dem Öffnen der Flasche, ist ein recht säuerliches Aroma zu vernehmen. Leichte Malz- und Hopfenaromen, welche allerdings schnell von der Säuerlichkeit überdeckt werden. Zu erkennen ist ebenfalls ein getreideartiges Aroma.

Geschmack

Antrunk: Während des Antrunks sind ausgewogene Hopfen und Malzaromen zu erkennen, jedoch führt die Säuerlichkeit des Bieres, zu einem recht schlanken Körper.

Rezenz: Ein spritziges, recht kohlensäurehaltiges Bier, was allerdings nicht zum Nachteil auszulegen ist. Schmeckbar säuerlich.

Abgang: Erst zum Abgang, erwacht das Bier und zeigt seine Geschmacksnuancen. Die Bitterkeit des Bieres kommt besser zur Geltung und auch der getreidige, brotige Beigeschmack verschwindet. Es ist zu erkennen, dass das Bier höher eingebraut ist und einen höheren Alkoholgehalt besitzt.

Fazit:

Das Bier ist recht „wild“, zum einen recht säuerlich und zum anderen doch wieder leicht hopfig herb. Dazu kommt der getreideartige Beigeschmack und der vernehmlich höheren Alkoholgehalt. Geschmacksache, aber sicher nicht schlecht.

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Hacker-Pschorr Oktoberfest Märzen

Hacker Pschorr Oktoberfest Märzen

Name: Hacker-Pschorr Oktoberfest Märzen

Biersorte: Märzen / Festbier

Alkoholgehalt: 5,8 % Vol.

Stammwürze: 13,7 %

Trinktemperatur: 7-9 °C

Brauerei: Hacker-Pschorr, Link zur Homepage: Hacker-Pschorr

Herkunft: München, Bayern

Flaschendesign: Als einzigstes Oktoberfestbier gibt es das Hacker-Pschorr in der 0,5l Bügelflasche. Schon allein der Gedanke an das berühmte „Plopp“ beim Öffnen, macht die Flasche interessant und weckt die Vorfreude am Inhalt. Auf dem bernsteinfarbenen Etikett ist der „Himmel der Bayern“ abgebildet. Sowie ein Ausschnitt aus dem Hacker-Pschorr Festzelt auf dem Oktoberfest.

Farbe: Im Glas die Überraschung, ganz anderst wie die 5 restlichen Oktoberfestbiere, erstrahlt das Hacker-Pschorr in einer rotbraunen fast bernsteinfarbigen Farbe.

Schaum: Auf dem überraschend dunklen Oktoberfestbier, sitzt eine recht viel versprechende sahnige Schaumkrone.

Geruch: Ein sehr intensiver, malziger Geruch ist zu vernehmen. Darunter kommen immer wieder Röstaromen zum Vorschein.

Geschmack

Antrunk: Wie schon am Geruch zu erkennen war, macht sich gleich beim Antrunk ein malzig süßlicher Geschmack breit. Dazu ist eine leichte Hopfenbittere zu vernehmen, die sich aber dezent im Hintergrund hält. Es zeigt sich in einem vollmundigen Körper.

Rezenz: Ein sehr harmonisches Bier, welches zu verstehen weiß mit der Süße des Malzes und der Bitterkeit des Hopfen umzugehen.

Abgang: Während des Abgangs kommt die Herbe des Hopfens noch einmal gut zum Vorschein, steigt dann aber gleich wieder harmonisch auf die malzige Süße um. Das gute Zusammenspiel der beiden Aromen ergibt einen weichen, ausgewogenen Abgang.

Fazit:

Ein wirklich hervorragendes Bier. Das Zusammenspiel der Süße und Bitterkeit ist sehr gut abgestimmt. Keine Aromen verdrängen andere. Ohne voreilige Schlüsse zu ziehen, bis jetzt das beste Oktoberfestbier.

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Hofbräu München Oktoberfestbier

Hofbräu Oktoberfestbier

Name: Hofbräu Oktoberfest Bier

Biersorte: Märzen / Festbier

Alkoholgehalt: 6,3 % Vol.

Stammwürze: 13,9 %

Trinktemperatur: 7-9 °C

Brauerei: Hofbräu München, Link zur Homepage: Hofbräu

Herkunft: München, Bayern

 

Flaschendesign: Erhältlich in der 0,5l Flasche mit ovalem Bauchetikett. Darauf zu sehen ist neben dem Hofbräu Logo, „HB“ mit Krone, ebenfalls ein Motiv des Oktoberfestes mit Riesenrad und Frauenkirche im Hintergrund. Davor ist eine an Pferde angekarrte Kutsche, auf der Bierfässer befinden.

Farbe: Auch das Hofbräu Oktoberfestbier hebt sich in Sachen Farbe von seinen „Konkurrenten“ ab. Es schimmert recht bronzefarbig.

Schaum: Beim Einschenken wächst nur langsam eine Schaumkrone, die dann eher mittelprächtig vorhanden ist, sich aber immerhin als recht standhaft erweist.

Geruch: Auch hier, klare Unterschiede zu den anderen Oktoberfestbieren. Zu vernehmen ist eine fruchtige, malzige Süße mit karamell- und vanilleartigen Aromen. Es wirkt daher recht süffig und würzig.

Geschmack

Antrunk: Während der ersten Schlücke setzt sich die Süße des Bieres fort, gemischt mit einer leichten Säuerlichkeit.

Rezenz: Wenig Kohlensäure, daher wahrscheinlich auch die langsam steigende Schaumkrone. Recht süßlich bis würzig im Geschmack. Aber dennoch eher ein etwas milderes Modell

Abgang: Beim Abgang kommen hopfige Noten zum Vorschein. Der säuerliche Geschmack, der sich bis zum Schluss hält unterdrückt die feine Bitterkeit jedoch fast. Durch die 6,3 Vol.% ergibt sich ein wärmendes Gefühl.

Fazit:

Ein sehr markantes Bier

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Spaten-Franziskaner Oktoberfestbier

Spaten Oktoberfestbier

Name: Spaten Oktoberfestbier

Biersorte: Märzen / Festbier

Alkoholgehalt: 5,9 % Vol.

Stammwürze: 13,6 %

Trinktemperatur: 7-9 °C

Brauerei: Spaten-Franziskaner Brauerei, Link zur Homepage: Spaten-Franziskaner Brauerei

Herkunft: München, Bayern

Flaschendesign: Und zu guter letzt, posiert auch dieses Oktoberfestbier in der 0,5l Flasche. Das Etikett ist sehr hellblau gehalten mit feinen blau-weißen bayrischen Rauten. Unter dem protzigen Spaten-Logo, befindet sich ein Bild auf dem einige Pferde abgebildet sind, welche ein stark mit Bierfässern beladenen Karren ziehen.

Farbe: Farblich eher wieder typisch für seine Mitstreiter, besitzt das Bier eine blanke, goldgelbe Farbe. Sieht lecker aus und nach Mehr aus.

Schaum: Eine feinporige, sahnige Schaumkrone sitzt auf dem goldgelben „Gerstensaft“. Nur leider auch diese hält nicht lange stand.

Geruch: Ein süßlicher, getreideartiger Geruch steigt in die Nase. Vielversprechende würzige Aromen sind zu erkennen, hoffentlich stehen diese für ein gutes süffiges Bier.

Geschmack

Antrunk: Und tatsächlich, ein durchaus süffiges und würziges Bier entrinnt meinem Gaumen. Es besitzt die nötige Würze und ist dennoch nicht aufdringlich im Geschmack. Die Malz- und Getreidenoten sind gut mit der Bitterkeit des Hopfen abgestimmt.

Rezenz: Auch hier eher wenig Kohlensäure. Gut kombinierte Süße und Bitterkeit. Ein vollmundiger Körper.

Abgang: Der Abgang ist von einer deutlichen Bitterkeit geprägt, was zusätzlich die Süffigkeit des Bieres unterstreicht.

Fazit:

Ganz ungewollt passt hier der Spruch: “ Das beste kommt zum Schluss“ ganz ausgezeichnet. Meiner Meinung nach ist das Spaten Oktoberfestbier der Spitzenreiter unter den sechs Oktoberfestbieren. Der Geschmack ist harmonierend miteinander abgestimmt und wirkt somit weder zu stark noch zu mild. Prima!


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