Oude Geuze Boon

Oude Geuze Boon

Spontangärung durch „wilde Hefen“ verleihen diesem Bier seinen einzigartigen Charakter…

Oude Geuze Boon
© www.bier-entdecken.de, Oude Geuze Boon

Daten und Fakten zum Bier

Name: Oude Geuze Boon
Brauerei: Brouwerij Boon
Link zur Webseite der Brauerei
Alkoholgehalt: 7,0 % Vol.
Stammwürze: k.A.
Biersorte: Lambic/Geuze
Gärung: spontane Gärung
Trinktemperatur: 8-10°C
Herkunft: Lembeek, Belgien
Dazu passt: würziger Käse, Suppen, frische Salate, als Aperitif im Sommer
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Besonderheit des Oude Geuze Boon

Das Oude Geuze Bonn gehört zu den Lambic Bieren, diese werden nicht ober- oder untergärig hergestellt, sondern durch eine spontane Gärung. Gebraut werden diese Biere mit „wilden“ Hefen aus der Luft, die es nur in der Gegend um Lembeek nahe Brüssel gibt. Wenn die Würze über Nacht abkühlt, kommen die wilden Hefen in den Sudkessel unter dem Dach der Brauerei und setzen den Gärprozess in Gang. Nach der Spontangärung wird das Bier in Eichen- oder Haselholzfässern gefüllt und in einem dunklen und muffig riechenden Raum gelagert, wo das Bier ruhen kann. Eine Brauart, so wie es die ersten Brauer getan haben. Heute sind die Lambics so etwas wie die schwarzen Schafe der Brauer. Der Brauprozess ist nur schwer zu kontrollieren, das Ergebnis sind Biere mit faszinierenden, säuerlichen Aromen. Spontangärige Biere werden nur in der kleinen Region um Lembeek hergestellt. Eine Geuze wird auch Umgangssbprachlich „Brüsseler Champagner“ genannt, sie entsteht durch den Verschnitt verschiedener Lambics und einer anschließenden zweiten Gärung in der Flasche.
Die Brauerei Boon wurde 1975 von Frank Boon Lvon De Vit gegründet, als die Lambic Biere kurz vor dem Untergang standen. Er behielt das Programm bei, viele hielten ihn für verrückt, doch Boon behielt Recht. Sein Geschäft floriert noch immer, sein Braugeheimnis: Seine Lambics werden im alten Stil (Oude) unverfälschter Lambics gebraut.

 

Flaschendesign

Oude Geuze Boon Etikett
© www.bier-entdecken.de, Oude Geuze Boon Etikett

Abgefüllt ist diese Geuze Boon in einer kleinen grünen Flasche mit 375ml Inhalt. Die Flasche sieht wie so eine Sekt Piccolo-Flasche aus und ist auch mit einem Sektkorken verschlossen. Geuze Biere sind Lagerbiere und jeder Braugang schmeckt anders, deshalb sieht man am Flaschenhals den Jahrgang dieses Bieres – hier 2010/2011. Das sind die Brauzeiten und die Abfüllung. Darunter auf dem Etikett der Name des Bieres und der Name des Herstellers, sowie die Auszeichnung, die dieses Bier bekommen hat. Sehen schon recht edel aus, diese Flasche und das Etikett. Auf der Rückseite lese ich eine Beschreibung dieses Bieres sowie die Zutaten und das MHD (18.09.2033).

Optik

Die Farbe der Oude Geuze Boon im Glas ist ein dunkles und kräftiges Goldgelb. Das Bier ist recht trüb und reichlich Kohlensäure perlt in dem Glas nach oben. Es bildet sich ein strahlend weißer und sehr feinporiger Schaum, der sich leider nur mittelgroß entwickelt, standhaft ist dieser Schaum aber schon.

Geruch

Der Geruch ist recht hefig aber auch fruchtig und auch ein wenig säuerlich, deutlich rieche ich Zitrusfrüchte und auch Melisse. Der Geruch, zumindest das Säuerliche-Hefige dabei erinnert schon ein wenig an einen Champagner.

Geschmacksphasen

1. Antrunk

Der Antrunk ist recht hefig und nur sehr mild malzig. Sehr dominant im Antrunk, das ist aber sortentypisch, es sind die sauren Noten, ich schmecke sehr viel Zitrone, auch kommt es mir ein wenig wie Essig vor, dazu kommen noch Noten von Kräutern wie zum Beispiel Koriander und Ingwer, außerdem ist der Geschmack auch ein wenig holzig. Bemerkenswert, wie sauer ein Bier schmecken kann.

2. Rezenz

Das Geuze ist sehr trocken, die Kohlensäure ist perfekt eingesetzt, irgendwie prickelnd schmeckt dieses Bier. Kann es daran liegen, dass Herr Boon es in Eichenholzrieslingfässern aus Rheinland-Pfalz lagern lässt? Geschmacklich ist dieses Bier weiterhin recht sauer, jetzt jedoch mit einer leichten Note von getrockneten Früchten und auch ein wenig Apfel.

3. Abgang

Der Abgang ist recht hefig, prickelnd und auch säuerlich, irgendwie aber auch sehr erfrischend. Dieses Bier hat einen recht erstaunlichen und sehr nachhaltigen Geschmack zumindest bei mir hinterlassen.

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Olaf Gronet: So ein Oude Geuze Boon ist mit Sicherheit eine Geschmackssache. Interessant finde ich dabei die historische und fast einmalige Herstellung mit der Spontangärung durch wilde Hefen. Einfach mal eine Hefe zur Gärung zulassen und mal schauen, was daraus wird. Edel ist dieses Bier verpackt in der kleinen grünen Flasche mit dem Korkenverschluss. Optisch sehr schön, der Geruch lässt schon erahnen, was auf einen zukommt – und so ist es auch, hefig, säuerlich mit feinen Kräuternoten und auch ein wenig holzig – und sehr geringe Fruchtnoten. Ein trockenes, sehr säuerliches Bier. Es hinterlässt schon einen Eindruck, ist jedoch sicher gewöhnungsbedürftig. Eben eine gute Oude Geuze, der „Brüsseler Champagner“.

2 Kommentare

  1. Sie Beschreiben das Verfahren zum Lambic Bier, die Vorstufe zum Geuze Lambic.

    Sie testen ein Geuze Lambic, die Herstellung geschieht nach der Lagerung im Fass durch Vermischen von meist ein Jahr altem, noch nicht komplett vergorenem, mit meist zwei bis drei Jahre altem Lambic. Die Mischung wird dann in Flaschen abgefüllt, wo durch eine zweite Gärung unter anderem Kohlensäure entsteht, die beim Lambic durch die Lagerung in Fässern verloren gegangen ist. Durch die zweite Gärung wird das Produkt saurer und entwickelt sein typisches Aroma.

    Ich habe das gerade bei Wikipedia gefunden, sollte man evtl. ergänzen.

    Würde ich auch gerne mal probieren!

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