Ein Interview mit dem LaBieratorium

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Interview mit dem LaBieratorium

Bier aus Cottbus, endlich gibt es das wieder!
Hinter LABIERATORIUM stecken Anja Braun und Olaf Wirths, die ersten Biersommeliere Brandenburgs, Ulli Perske, Bierphilosoph, Braumeister Daryl und eine ganze Menge weiterer Akteure wie z.B. Richi. LaBieratorium ist ein Ort an dem die Kreativität, das Wissen, die Fähigkeiten und die Liebe zum arbeiten (laborare = „arbeiten“) seinen Platz findet. Gebraut werden Biere mit Ecken und Kanten, alte schon fast vergessene Bierstile werden wieder aufgelebt. LABIERATORIUM betreibt eine eigene Craftbeerbar, sie bieten Bierverkostungen, Kullinarien, Bierreisen und vieles mehr an. Wir haben dem Anja und Olaf und von LaBieratorium in einem Interview ein paar Fragen gestellt.

 

Weitere Infos gibt´s auf der LaBieratorium-Homepage


Hallo Anja und Olaf stellt euch doch bitte unseren Lesern einmal kurz vor.

Anja: Ich bin mit Leib und Seele weibl. Biersommeliére, als gelernte Kommunikationstrainerin bringe ich das nötige Rüstzeug für den Beruf mit und gehe ganz in meiner Profession auf. Ich liebe es, mich auszutauschen über Bier, Geschmack, Kultur und Historie,  dabei ist mir wichtig, viele Frauen zu ermutigen, Bier für sich zu entdecken, denn Bier ist so viel mehr als Pils und bitter.

Olaf: Ich komme gebürtig aus NRW, bin nach dem ABI als Zimmermann weltweit auf der Walz gewesen und habe seit dem einige tolle Untenehmen gegründet. Die Affinität zum Bier liegt wohl in der Nähe zu den beiden Rheinmetropolen Köln und Düsseldorf begründet, welche meine ersten Erfahrungen mit Bier prägten. Vor drei Jahren hatte ich dann die Möglichkeit meine Leidenschaft  zum Bier und mein Hobby des Bierbrauens als Berufung zu entdecken und bin mit großer Leidenschaft kreativer Bierbrauer und Biersommelier.

Daryl: Mein Name ist Daryl und ich bin ein Berliner original und seit ca. 9 Jahren Brauer.

Richi: Ich bin der Richi aus Cottbus!, 27 Jahre und habe 4 Jahre in Dresden studiert. Von Kartographie bin ich heute in die Bierwelt eingetaucht. Verrückt oder?  Obwohl, finde ich nicht. Man sollte das tun, worauf man Bock hat.

Was fasziniert euch an Bier?

Anja: Bier ist immer anders – Bier entspannt –  Bier ist Vielfalt

Olaf: Bier begleitet uns seit ca. 12.000 Jahren und ist bis heute ein unsere Kultur prägendes Getränk. Es ist fantstisch sich auf die historischen Wurzeln des Bieres zu begeben, sich in spannenden und sagenhaften Geschichten zu verlieren. Zudem ist die Geschmacksvielfalt, die nahezu unendlich Kombinationsmöglichkeit der Rohstoffe, wie die suche nach dem heiligen Gral. Das perfekte Bier für den entsprechenden Moment zu finden ist eine lebenslange Aufgabe.

Richi: Ganz klar die Begegnung mit Menschen! Ob Geschäftsmann, Dirigent am Staatstheater, bester Freund, Hooligan, beim Fußball, Bier erdet und hat mich bei ziemlich vielen Situationen auf eine Ebene gebracht.

Was ist euch beim Bierbrauen am Wichtigsten (auch bzgl. der Zutaten)?

Anja: Die Freiheit im Kopf darf sich auch im Bier wiederfinden, keine Dogmen –   die einzige Grenze ist der persönliche Geschmack

Olaf: Jedes Bier sollte für sich ein Kunstwerk sein, welches vom Brauer mit Leidenschaft und Liebe erschaffen wurde. Die Freiheit außergewöhnliches zu wagen und neu zu denken soll antrieb sein, wobei die Natürlichkeit der Rohstoffe Basis aller Kreation sind.

Daryl: Mir ist am wichtigsten der Geist und die Kreativität des Brauers der hingebungsvoll seine Ideen „verflüssigt“. Dabei kann es von mir aus auch ruhig mal raus aus dem Reinheitsgebot gehen damit meine Geschmacksknospen zu neuem beflügelt werden, aber ein gutes Pils bleibt halt ein gutes Pils.

Was ist eure Lieblingsbiersorte?

Anja: Ich habe mittlerweile in jedem Bierstil eine Top Ten Liste, weil es so viele bemerkenswerte Biere gibt – grundsätzlich favorisiere ich grasige IPA`s ohne rundgelutschten Malzkörper

Olaf: Jeder Moment, jeder Augenblick, jede Gefühlslage bedarf eines anderen Bieres, das ist die schönste Aufgabe des Bierenthusiasten auf diese suche zu gehen. Welch Verschwendung nur eine Biersorte zu lieben.

Ihr habt sehr interessante Biere in eurem Sortiment, wie kam es dazu, woher kamen die Ideen und die Inspiration?

Anja: Die Ideen zu den Bieren kommen natürlich aus dem wahren Leben,  erinnern an alte Bierstile zum Einen Cottbuser Brautradition einen entsprechenden Platz einnahmen, es sind aber auch Biere- Geschmacksrichtungen die uns schon seit über 20 Jahren begeistern.

Olaf:  Die Idee zu einem Bier ist bei mir ein innerer Prozess, in welchem das Bild bzw. das Kunstwerk immer deutlicher wird. Der Schaffensprozess ist dann harte Arbeit und neben der Kombination der Rohstoffe und den immer wieder neuen Versuchen dem Gedanken Leben einzuhauchen ist auch immer ein Quäntchen Zauberei dabei.

Auf welche Biere von euch darf Mann und natürlich auch Frau sich besonders freuen? Was können wir da von euch noch erwarten?

Anja: Ich möchte unbedingt nur mit den Mädels aus dem Team ein Bier für Mädels brauen, fruchtige Noten mit wenig Alkohol  und dann noch ein ganz schlimmes Double IPA.

Olaf: Ach wie schön das niemand weiß …

LaBieratorium Bild

Wen möchtet ihr mit euren  Bierkreationen erreichen?

Anja: Alle Leute die gerne Bier trinken und sich auf Neues einlassen können.

Olaf: Durstige, Neugierige, Tolerante, …. ach was, jeden den es schmeckt

Daryl: Ich fühle mich zu diesem Punkt sehr angesprochen da ich bald die ganze Kreativität des Labieratoriums umsetzten darf und kann euch versprechen es wird spannend. Aber jetzt etwas direkt fest machen möchte ich nicht, ich kann nur eins dazu sagen es wird Bier.

Erinnert ihr euch an die  erste „bedeutsame“ Begegnung mit Bier?

Anja: Olaf und ich, wir saßen im Jahr 2003 in Ragun in Myanmar mitten im heftigsten Monsunregen in einem Restaurant. Ein Jugendlicher trat klatschnass ein, liess sich eine Plastiktüte voll Bier zapfen und ging wieder, wahrscheinlich um die ca. 4 l  mit seinen Freunden / Familie zu teilen. Bier ist eben Vielfalt.

Olaf: Zusammen kommen, sich austauschen, sich zuhören, gemeinsam feiern, lachen und Trost finden. Das ist bedeutsam.

Zurzeit wird viel diskutiert über eine Definition für „Craft“-Bier in Deutschland. Was bedeutet – in wenigen Worten – für euch der Begriff „Craft“-Bier.

Anja: Die Bezeichnung einer Ware ist nicht so wichtig, wie die Qualität des Produkts. Von dieser Ansicht haben  wir uns gesamtgesellschaftlich sehr weit entfernt, deshalb wird uns immer wichtig sein, qualitativ hochwertige Biere zu brauen – craft hin, craft her.

Olaf: Handwerk, Biere mit Mut und Kreativität erschaffen, Biere mit Seele. Die Begrifflichkeit ist eher nebensächlich.

Daryl: Ich hasse das Wort „Craft“ Bier. Ich steh mehr auf die deutsch Variante handwerklich gebrautes Bier so das der ältere Mitbürger auch weiß was gemeint ist. Denn leider ist es so, nicht überall wo Craft Bier drauf steht ist auch wirklich handwerkliches Geschick drin.

Beschreibt bitte Bier in 3 Worten.

Anja: – flüssiges Gold  –

Olaf: Liebe, Leidenschaft, Labieratorium

Richi: schmeckt, verbindet, zu sehr dem Kapitalismus geweiht

Daryl: Bier macht schön.

 

Das mit den 3 Worten, müssen wir nochmal üben 😉
Wir bedanken uns ganz herzlich bei LaBieratorium für das nette Interview und wünschen viel Erfolg.

 


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