Bockbier – Das “Gehörnte” unter den Bieren

Gerade in der kälteren Jahreszeit, wo die Tage kürzer werden, die Temperaturen fallen und eine Zeit beginnt, die man gerne gemütlich zu Hause verbringt, darf ein Bier ruhig etwas gehaltvoller sein.

© Deutscher Brauer-Bund e.V.

 

Daten und Fakten zur Biersorte Bock

Farbe: goldgelb bis dunkelbraun
Bockbiere sind hell und dunkel vertreten
Stammwürze: 16% und mehr
Alkoholgehalt: ab 7%
Bitterkeit: 25 – 35 IBU (ausgewogen bitter – kernig)
Gärung: untergärig (4-10°C), Weizenbock obergärig
Trinktemperatur: 8-10°C
Bierglas: Tonkrug oder Seidel
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Bockbier – Das “Gehörnte” unter den Bieren

Ein schönes kräftiges Bockbier, mit seinem vollmundigen Charakter, ist ein wahrer Winterwärmer und eignet sich ausgezeichnet für die kalte Jahreszeit. Schon früher wurde Bockbier, als Luxusware in kalte Regionen wie Skandinavien exportiert. Man sagt ihm nach, es sei ein wunderbares “Heilmittel“ gegen Winterdepressionen an kurzen, kalten Wintertagen.
Wie so manch einer vermuten mag, das Bockbier seine Wurzeln in Bayern hat, der irrt. Nur auf Umwegen, führt der Weg nach Bayern. Sein Ursprung besitzt das Bockbier in Einbeck bei Niedersachsen. Dort wurde im Jahre 1351 ein kräftiges Bier gebraut, welches den Landesfürsten sehr gefiel. Auch für den Handel hatte es seine Vorteile. Durch seinen erhöhten Alkoholgehalt überstand es längere Transportstrecken und so wurde es nach England, Italien und später sogar bis nach Amerika exportiert.

Ab hier führt die geschichtliche Überlieferung nun doch nach Bayern. Diese warben 1614 Elias Pichler – “Bockbierbraumeister“ – ab um in

Bayern das beliebte Bockbier zu brauen und somit hohe Transportkosten zu sparen. Dies war die Geburtsstunde  des bayrischen Bockbiers nach “Ainpöckscher Brauart“. Im Laufe der Zeit wandelte sich im Sprachgebrauch das Wörtchen “Ainpöck“ in “Bock“. Das oft verwendete gleichnamige Tier, der Ziegenbock, welcher auf vielen Flaschenetiketten zu finden ist, hat somit nichts mit der Biersorte an sich zu tun.

Auch in deutschen Klöstern wurde Bockbier gebraut und war schnell ein traditionelles Erzeugnis. Nach dem Motto “Potus non frangit ieiunium – Trinken bricht das Fasten nicht“, diente das nahrhafte Bier als Helfer in der Fastenzeit.

Bockbiere sind meist untergärig, sie gibt es hell sowie auch dunkel, doch alle haben min. 16% Stammwürze und daher einen Alkoholgehalt von 7% vol. aufwärts. Seine “Stärke“ bekommt es durch eine lange Reifung von min. 3 Monaten. Früher dauerte die Reifezeit sogar bis zu 9 Monate.

Als Doppelbock werden jene Biere bezeichnet, welche einen Stammwürzegehalt von min. 18% vorweisen können. Ihr Alkoholgehalt beginnt bei 8% vol. Sie sind äußerst vollmundig, malzaromatisch und besitzen eine ausgeprägte Hopfennote. Markennamen der Doppelbockbiere enden meist mit der Wortendung >> -ator <<. Diese Wortendung entstand in einem klösterlichen Orden, die Mönche benannten ihr Bier nach dem Ordensgründer „Sankt-Vaters-Bier“ und daraus wurde „Salvator“. Weitere bekannte Doppelbockbiere sind zum Beispiel der Triumphator von Löwenbräu oder der schon benannte Salvator von Paulaner.

Obergärig gibt es Bockbiere dann als Weizen- oder Weizendoppelbock. Hierfür wird zusätzliches Weizenmalz eingebraut.

Das stärkste unter den Bockbieren, ist der so genannte Eisbock. Da Wasser vor Alkohol gefriert, wird das Bockbier tiefgekühlt und ein Teil des gefrorenen Wassers entnommen. Durch den Entzug von Wasser, erhält das Bier einen noch höheren Gehalt an Alkohol und Stammwürze. Überlieferungen erzählen im Jahr 1890 von einem von der Arbeit übermüdeten Brauergesellen, der Bockbierfässer im Winter im Freien stehen ließ. In der darauf folgenden Nacht gefror das Wasser und der Alkohol und andere Bestandteile des Bockbieres sammelten sich im inneren. Am nächsten Tag sollte der Brauergeselle zu Strafe das Eis aufhauen und das innere trinken. Doch im inneren befand sich überraschenderweise ein Gutschmeckendes Gebräu. So wurde das bislang stärkste Bockbier nach dem deutschen Reinheitsgebot erfunden. Heutzutage besteht ein wahrer Wettkampf um den Titel “stärkstes Bier der Welt“. Momentan, darf die deutsche Brauerei „Schorschbräu“ aus Gunzenhausen in Mittelfranken den Titel für sich behaupten. Erst dieses Jahr eroberte die Brauerei „Schorschbräu“ den Titel von der schottischen Brauerei „BrewDog“ zurück. Das stärkste Bier der Welt, der „SchorschBock“ besitzt momentan einen Alkoholgehalt von 43% vol. Wie die Mitstreiter darauf reagieren ist abzuwarten.

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