Aromen im Bier: 27 Aromen die dich verblüffen werden

Bier beinhaltet über 2000 Aromen und ist somit aromenreicher als Wein oder Spirituosen. Wenn man bei Bier von Aromen spricht, sind eigentlich die Moleküle im Bier gemeint, die durch unseren Geschmacks- und Geruchssinn wahrgenommen werden. Es gibt sogar Forschungsversuche bei denen versucht wird, die Aromen im Bier zu separieren, wodurch ein Bier sogar aus bis zu 8000 unterschiedlichen Aromen bzw. Molekülen bestehen kann.

Mit den menschlichen Geschmacks- und Geruchsnerven sind viele dieser 8000 Aromen natürlich – auch durch Übung – nicht zu erkennen. Dennoch bietet Bier, insbesondere Craft Biere eine Fülle an unterschiedlichen Aromen. Einige Aromen sind bei einer Verkostung schnell zu erkennen und für einige Aromen bedarf es im wahrsten Sinne des Wortes eine „Spürnase“. Wiederum andere Aromen riechen und schmecken wir zwar, können diese aber im Gehirn nicht zuordnen, da wir nicht erwarten, diese Aromen in einem Bier zu finden.

27 verblüffende Aromen im Bier die du entdecken kannst

Wissenswert: Nur die wenigsten Aromen werden durch die Geschmacksnerven auf der Zunge wahrgenommen. Diese Geschmacksnerven können eigentlich nur das Mundgefühl wiedergeben. Das heißt, ob die Aromen im Bier süffig, mild, schwer, adstringierend, süß, sauer, salzig oder scharf sind. Weitaus mehr Aromen nehmen wir durch die Nase auf und natürlich durch die Kombination von Riechen und Schmecken. Letztendlich spielt auch unser Gehirn einer wichtige Rolle, denn die aufgenommenen Aromen werden im Gehirn bekannten Gerüchen oder einem bekannten Geschmack zugeordnet.

Kaffee:

Diese Aromen stammen vom Malz. Während dieser beim Darren geröstet wird entwickelt das Malz Kaffeearomen. Häufig kommen diese bei dunklen Bieren wie Porter oder Stout vor. Zu schmecken gibt’s Aromen von mildem Kaffee bis hin zum kräftigen Mokka. Selten wird sogar echte Kaffeebohnen beim Brauvorgang oder der Gärung hinzugegeben.

Schokolade:

Auch Schokoladenaromen kommen vom Malz. Von der zarten Alpenmilchschokolade bis hin zur intensiven Bitterschokolade, all diese Aromen können sich in einem Bier befinden.

Joghurt Drops:

Aromen, die dich an Joghurt Drops erinnern, kommen meistens von einer obergärigen Hefe und fruchtigen Aromen des Hopfens. Einige Biere enthalten auch Milchsäurebakterien, die lassen das Bier dann aber eher säuerlich schmecken.

Erde:

Erdige Aromen kommen häufig durch dunklere Malzsorten und ein leicht bitteren, weniger fruchtigen Hopfen zum Vorschein. Dadurch kommt es zu einem trockenen Mundgefühl und erdige Aromen entstehen.

Pflaster:

In der Tat gibt es einige Biere, die nach Krankenhaus oder nach Pflastern riechen. Die Aromen kommen von der Hefe und dem meist höheren Alkoholgehalt des Bieres. Dadurch entsteht ein nach Phenol erinnernder Geruch.

Tabak:

Auch nach Tabak kann ein Bier duften. Dabei ist allerdings weniger der kalte Rauch einer Zigarette gemeint, sondern eher der Geruch nach getrocknetem Tabak. Dieses Aroma entsteht meistens durch ein dunkles Malz und einem Hopfen mit trockenen Aromen.

Seife:

Es gibt Biere, die duften seifig. Das heißt, es duftet relativ süß, leicht blumig und schmierig. Der Duft entsteht durch den Hopfen, Hefe und das Malz im Bier.

Leberwurst:

Wirklich, Leberwurst! Bei einem Stout, welches mit belgischer Hefe vergoren wurde, habe ich dieses Aroma selbst schon einmal vernommen.

Schinken:

Dieses Aroma entsteht insbesondere bei Rauchbieren, bei denen das verwendete Malz über Feuerrauch getrocknet wurde. So entstehen Aromen, die auch ein Räucherschinken mit sich bringt.

Teer:

Auch Teeraromen können in einem Bier vorkommen. Sie entstehen ebenfalls durch stark geräuchertes Malz oder können durch eine Holzfasslagerung zum Vorschein kommen.

Butter:

Butteraromen entstehen durch Diacetyl und wird von der Hefe im Bier produziert. Es ist daher ganz normal, dass ein Bier nach Butter oder süßlichen Karamellbonbons schmecken kann. Eine zu kräftige Butternote ist allerdings auch ein Hinweis auf einen Bierfehler.

Lakritz / Süßholz:

Wenn ein Bier nach Lakritz schmeckt, ist das nicht jedermanns Geschmack. Die Aromen entstehen durch Röstmalze und der Hefe.

Verbrannte Brotrinde:

Das Aroma von verbrannter Brotrinde kommt von Malzsorten, die unter großer Hitze gedarrt wurden.

Heu:

Frische, kräuterartige Aromen im Bier erinnern häufig an Heu. Diese Aromen entstehen durch den Hopfen im Bier.

Biskuit:

Helleres Malz, welches in größerer Menge im Bier eingesetzt wird, lässt Aromen von Biskuit zum Vorschein kommen. Es erinnert an einen leckeren, frischen und leicht süßen Kuchenboden.

Obstkuchen:

Einen leckeren Obstkuchen gibt es zu riechen und zu schmecken, wenn das Bier facettenreiche und nicht genau definierbare Fruchtaromen zeigt und außerdem das Malz für eine feine Biskuitnote sorgt.

Harz/Tannennadeln:

Hopfen gibt seine Aromen in Form von Hopfenölen ab. Je nach Hopfen entstehen so harzige Aromen im Bier. Teilweise erinnern diese auch an Tannennadeln.

Honig:

Honig ist eine häufige Charakteristik einiger hellen Starkbiere. Das verwendete helle Malz, welches in größerer Menge beim Brauen eingesetzt wurde, lässt an Honig erinnern.

Zitronen(schalen):

Zitronen oder Zitronenschalen ist ein häufig ausgeprägtes Aroma in Pale Ales oder India Pale Ales, sie stammen vom Hopfen und bringen eine feine Säure und sehr fruchtige Aromen ins Bier.

Kandierter Apfel:

Apfelaromen kommen in einem fruchtigen Bier gar nicht so selten vor. Man erkennt diese aber oft erst auf den „zweiten Blick“. Apfelaromen stammen von bestimmten Hopfensorten. Kandierter Apfel findet man dann schon weniger im Bier. Dieses Aroma entsteht durch den Hopfen aber auch durch das Malz welches eine Kandissüße mit sich bringt.

Nuss:

Dunkle Biere zeigen oft einen sehr nussigen, leicht fettigen Charakter. Das Aroma entsteht auf der einen Seite durch dunkle Malze und durch die Gärung.

Blumen:

Ein Bier kann nach den unterschiedlichsten Blumen duften. Rosen, Nelken oder Geranien sind dabei keine Seltenheit. Die Aromen entstehen entweder durch Hopfensorten mit Floral-Aromen und/oder der Hefesorte. Insbesondere obergärige Weizenbiere haben oft einen typischen Nelkenduft.

Toast:

Der trockene, toastige Geschmack kennt vermutlich jeder. Auch Bier kann diese Aromen durch die Verwendung von hellen Malzen präsentieren.

Lack:

Auch der Duft nach Lack oder Lösungsmittel kann in einem Bier vorkommen. Ist dieser zu ausgeprägt oder kann von anderen Aromen nicht überlagert werden, wird dieses Aroma eher als unangenehm wahrgenommen. Die Gärung und der spätere Alkoholgehalt in Verbindung mit bestimmten Hefesorten ist der Grund für dieses Aroma.

Gemüse:

Ein Bier, dass nach Gemüse schmeckt? Unvorstellbar… oder, eigentlich gar nicht so abwegig. Einige Hopfensorten sorgen für Gemüsearomen wie z.B. Paprika oder Suppengrün. Diese Aromen kommen natürlich nur ganz dezent im Bier vor und stören die Geschmacksnerven nicht. Schmeckt ein Bier zu stark nach Gemüse, deutet dies auch auf einen Bierfehler hin.

Früchte:

Was ist an fruchtigen Aromen besonders, wird sich vielleicht an dieser Stelle der ein oder andere Fragen. Stimmt soweit auch, den Fruchtaromen gehört zu den primären Aromen und sind quasi in jedem Bier enthalten. Aber wusstest du, dass Bier nach Wassermelone, Pfirsich, Litschi, Ananas, Maracuja, Mango, Erdbeeren, Himbeeren und richtig süßen Trauben schmecken kann?
Eine Menge Hopfenneuzüchtungen in der letzten Zeit macht dies möglich.

Gletschereis Bonbon:

Polaris heißt der Hopfen, dem man nachsagt, dass er das Aroma von Gletschereis Bonbons in das Bier zaubert. Es sind allerdings nur sekundär Aromen des Hopfens und man braucht schon etwas Phantasie und einen geschulten Geruchssinn um dieses Aroma zu erkennen.

Verblüfft?

Das waren unsere 27 verblüffenden Aromen im Bier. Man darf gespannt sein, was die Zukunft bringt. Denn immer häufiger werden Biere zusätzlich in Holzfässerngelagert. Was beim Whisky als „Wood Finishing“ gang und gebe ist, wird nun auch beim Bier gemacht. Hatte das Holzfass dann noch eine Vorbelegung, z.B. mit Rum oder Tequilla, entstehen ganz neue und vielfältige Aromen im Bier.
Außerdem kommen stetig neue Hopfenzüchtungen auf den Markt, welche wiederum neue Aromen und Aromenkombinationen mit sich bringen.

 

 

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