Diese 11 Bier-Begriffe solltest du kennen

EBC, IBU, C-Hops, das sind Bier-Begriffe die bei vielen Bierliebhaber ein „Stirnrunzeln“ erzeugen und ein „Fragezeichen“ hinterlassen.

Bier zu genießen bedeutet auch Bier zu verstehen. Dabei haben gerade Bier-Anfänger, die sich mit dem Thema intensiver beschäftigen wollen, Probleme. Es gibt zu viele Informationen und Bier-Begriffe. Vor allem der Einfluss aus dem Ausland wie z.B. ländertypische Biersorten und Bezeichnungen führen oft zu Unklarheiten.

beer-2536111_640Häufig an einem Bierglas zu nippen, reicht nicht aus um Bier zu verstehen. Um deine Sinne und Geschmacksnerven zu schulen und um zu verstehen was du bei der Bierverkostung riechst und schmeckst, musst du über immer wiederkehrende Fachbegriffe Bescheid wissen.

Wenn du dich intensiv mit dem „Gerstensaft“ auseinander setzt, trinkst du Bier nicht nur bewusster, sondern weißt auch welches Bier qualitativ hochwertig ist und wo sich der Kauf und die Verkostung lohnen.

Dieser Artikel informiert dich über die wichtigsten Bier-Begriffe und soll dir als Nachschlagewerk dienen. Auch wenn du noch am Anfang stehst.

Was ist der IBU-Wert bei Bier?

IBU ist ein sehr bekannter Bier-Begriff und ist die Abkürzung für „International Bitterness Units“. Er gibt den Bitterstoffgehalt eines Bieres an und wird ausschließlich durch den beim Brauen verwendeten Hopfen bestimmt.

Durch die Hitzeentwicklung beim Würzekochen, lösen sich aus dem Hopfen so genannte Alphasäuren, die je nach Hopfensorte und Zugabezeitpunkt unterschiedliche Mengen an Bitterstoffen freisetzen.

Unterschieden wird bei den Hopfensorten zwischen Aromahopfen und Bitterhopfen. Wie der Name schon vermuten lässt, besitzt der Bitterhopfen eine größere Menge an Alphasäuren und kann daher mehr Bitterstoffe an das Bier abgeben (Hier findest du einen ausführlichen Leitfaden zum Thema Hopfen).

Die Bitterkeit bzw. de IBU-Wert beeinflusst daher maßgeblich den Charakter und das Aromenprofil des Bieres. Damit am Ende dieser Wert für die jeweilige Biersorte nicht über- oder unterschritten wird, errechnet der Braumeister durch eine Hopfenberechnung unter Berücksichtigung der jeweiligen Hopfensorte und Kochzeit, die Bitterkeit die das Bier am Ende besitzt.

Hier findest du eine Auflistung einiger gängiger Biersorten und deren IBU-Richtwert:

  • Altbier: ca. 35–50 IBU
  • Berliner Weiße: unter 10 IBU
  • Bockbier: ca. 25–35 IBU
  • Doppelbock: ca. 20–25 IBU
  • Export: ca. 20–25 IBU
  • IPA: ca. 40–150 IBU
  • Kölsch: ca. 20–30 IBU
  • Pils: ca. 25–45 IBU
  • Porter: ca. 20–40 IBU
  • Schwarzbier: ca. 20–30 IBU
  • Stout: ca. 30–60 IBU
  • Weizenbier: ca. 10–20 IBU

Was ist der EBC-Wert bei Bier?

EBC ist neben IBU ein weiterer internationaler Bier-Begriff und steht für „European Brewery Convention“. Mit dieser Einheit wird die Farbe von Bier bestimmt. Je größer der Wert, desto dunkler ist das Bier.

Die Farbskala reicht von 2-4 (sehr hell, blond) bis 80 (dunkelbraun bis schwarz). Mit dem EBC-Wert wird allerdings nicht nur das fertige Bier im Glas gemessen, sondern schon vor dem Brauen das verwendete Malz.

So hat jedes Braumalz auch einen EBC-Wert, um anhand der verwendeten Malze – die hell und dunkel sein können – die Farbe des späteren Bieres zu berechnen.

ebc_skalaWas bedeutet Stammwürze?

Die Stammwürze oder der Stammwürzgehalt ist eine entscheidende Messgröße beim Bierbrauen und wird in „Grad Plato“ [°P] gemessen. Die Stammwürze bezeichnet den Anteil der aus dem Malz und Hopfen im Wasser gelösten, nicht flüchtigen Stoffe vor der Gärung; es sind vor allem Malzzucker und Eiweiß.

Der Stammwürzegehalt ist der Haupteinflussfaktor für den späteren Alkoholgehalt und den Nährwert des fertigen Bieres. Die Stammwürze wird mit Hilfe der Hefe etwa jeweils zu einem Drittel in Alkohol und Kohlensäure vergoren; das letzte Drittel der Stammwürze ist unvergärbarer Restextrakt.

Man kann also grob sagen, dass ein Bier mit ca. 20 °P Stammwürze, einen Alkoholgehalt von rund 6,0 – 7,0 % besitzt.

Was ist Hopfenstopfen?

In der Regel wird der Hopfen beim Brauen während des Kochvorgangs oder direkt im Anschluss während der Abkühlphase hinzugegeben. Das Hopfenstopfen oder auch Kalthopfung genannt bedeutet, die Zugabe des Hopfens während dem Gärvorgang.

Der Vorteil des Hopfenstopfens ist, die aromatischen Öle des Hopfens zu lösen, ohne dass der Hopfen dabei Bitterstoffe abgibt. Dadurch entstehen äußerst intensive Hopfenaromen die dem Bier einen ganz besonderen Geschmack verleihen.

Ein weiterer Vorteil des Hopfenstopfens ist, dass der durch die Gärung entstehende Alkohol die Hopfenaromen extrahiert.

Ein bekannter Bierstil bei dem das Hopfenstopfen häufig angewandt wird ist das IPA (India Pale Ale), womit wir auch schon beim nächsten Bier-Begriff sind.

Bier-Begriffe: HopfenstopfenWas ist ein IPA?

Drei großgeschriebene Buchstaben, ist das der nächste Richtwert oder eine Skala der zahlreichen Bier-Begrifflichkeiten? Nein, diesmal handelt es sich um eine Biersorte, genauer gesagt um das India Pale Ale, IPA abgekürzt.

Das India Pale Ale ist eine sehr alte, traditionsreiche, britische Biersorte. Erstmalig gebraut wurde diese in der Kolonialzeit und war das Bier der britischen Kolonialisten in Indien.

Um die Soldaten mit Bier zu versorgen, wurde ein spezielles Bier – eben das IPA gebraut. Hintergrund war der lange Seeweg um Afrika, den normale Ale-Biere durch die Temperaturschwankungen nicht überstanden haben.

Also wurden Ale-Biere die nach Indien transportiert werden mussten stärker eingebraut und deutlich mehr Hopfen beim Brauen verwendet. Durch die Verwendung von deutlich mehr Hopfen und einem höheren Alkoholgehalt wurde das Bier haltbarer. Zusätzlich wurden vor der großen Überfahrt weiterer Hopfen in die Bierfässer gegeben um die antibakterielle Wirkung des Hopfens zu verstärken. Vergleichbar ist diese Hopfengabe mit dem Hopfenstopfen heute.

Durch die Hopfengaben war das IPA ein extrem bitteres Bier. Daher sollte es in Indien angekommen, zum Verzehr mit Wasser oder aber auch Honig gemischt werden. Doch das pure IPA schmeckte den Soldaten so gut, dass diese auf das Verdünnen mit Wasser verzichtet haben. Mit der Zeit und nach der Rückkehr der Soldaten nach Großbritannien, erlangte das IPA auch in der Heimat, immer größerer Beliebtheit. Was einst lediglich eine Untersorte des englischen Ales war, ist heute eine eigenständige Biersorte und ist heute ein Symbol der „Craftbeer Revolution“.

Eine Auswahl hervorragender IPA´s:

 

Was sind die C-Hopfen?

Die C-Hopfen oder auch als „C-Hops“ bekannt, beschreibt eine Gruppe von vier verschiedenen Hopfensorten namens Citra, Cascade, Chinook und Centennial. Ursprünglich stammen alle diese Sorte aus den USA. Dort wurden sie speziell für besonders hopfenintensive Biere und für die Craft-Beer-Bewegung gezüchtet. Charakteristisch für diese Hopfensorten sind ihre sehr intensiven Fruchtaromen die nicht selten sogar an tropische, exotische und zitrusartige Aromen erinnern. Insbesondere in modernen Pale Ales oder India Pale Ales finden diese vier Hopfensorten – meistens alle vier zugleich – in großem Maße Verwendung.

Was ist Wet Hop Bier?

Wet Hopping ist eine andere Art für die Verwendung des Hopfens beim Brauen. Dabei geht es weniger darum wann der Hopfen in das Bier kommt, sondern im Vordergrund steht der Hopfen selbst. Denn beim Wet Hopping wird ausschließlich frischer, ungetrockneter Doldenhopfen verwendet.

Wird beim Brauen Doldenhopfen verwendet, so spricht man von einem Wet Hop Bier oder auch als Green Hop Bier und Grünhopfenbier bekannt. Das Besondere daran: Nur einmal im Jahr, bei der Hopfenernte können Brauereien ein solches Wet Hop Bier brauen.

Ist der Entschluss gefasst ein solches Bier brauen zu wollen, dann muss es auch recht schnell gehen, denn die frischen Doldenhopfen müssen innerhalb von ca. 5 Stunden verarbeitet werden.

Was ist ein Braggot?

Das Braggot ist eine Biersorte und gehört zur Untersorte der Spezialbiere. Seine Entstehung und erstmalige Erwähnung lässt nach Irland in das 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Heute ist das Braggot ein sehr unbekanntes und kaum erwähntes Bier. Das liegt auch daran, dass das Braggot kein „reines“ Bier ist, sondern eher mit einem Met vergleichbar ist. Wie beim Met wird beim Brauen Malz und Honig verwende.

Bier-Begriffe: Braggot

Uns ist nur eine Brauerei bekannt die ein Bragott als Saisonbier braut bzw. gebraut hat. Mehr Infos findest du unter pax-braeu.de

Was ist ein Eisbock?

Es wird erzählt, dass um 1890 ein Brauergeselle im oberfränkischen Kulmbach Fässer mit Bockbier im Freien stehen ließ. In der folgenden Winternacht gefror ein Teil des im Bier befindlichen Wassers; der Alkohol und die restlichen Bestandteile des Biers sammelten sich in konzentrierter Form im Inneren dieses Eisblocks an. Am Tag darauf ordnete der Meister seinem Gesellen an, die Blöcke zur Strafe aufzuschlagen und die Flüssigkeit im Inneren auszutrinken. Zur Überraschung der beiden war diese durchaus genießbar: Sie hatten durch Zufall den Eisbock erfunden. Auch heute noch basiert das Verfahren auf diesem einfachen Prinzip, bei welchem dem Starkbier durch Gefrieren Wasser entzogen wird. In Amerika ist das Verfahren unter dem Namen Ice-Rifing bekannt.

Mit diesem Bierstil wird auch der Kampf um das „Stärkste Bier der Welt“ ausgetragen. Der Schorschbock 43 der Brauerei Schorschbräu aus dem Fränkischen Ort Oberasbach war eines der ersten Starkbiere im „Guinness Buch der Rekorde“. Seit vielen Jahren gibt es einen intensiven Wettstreit um das stärkste Bier der Welt.

Was ist eine Gose?

Die Gose ist eine Biersorte, die ursprünglich aus Goslar stammt. Der Name leitet sich vermutlich von dem kleinen Harzflüsschen Gose ab, aus dem die Braumeister bereits im Mittelalter das Wasser zur Herstellung des Bieres bezogen. Im Mittelalter fand die Gose vom Harz aus Verbreitung und etablierte sich vor allem in der Gegend um Dessau, Halle und Leipzig.

Die Gose stellt einen eigenen, alten Biertyp dar, der eine gewisse Ähnlichkeit sowohl mit Berliner Weiße, als auch mit belgischen Lambicbieren und deren Spezialform, der Geuze, aufweist. Gose entstand früher, wie die meisten Biere, durch Spontangärung. Dadurch bekommt das Bier durch die Wilden Hefen einen sauren Charakter. Heute wird die obergärige Brauart verwendet, wobei neben der alkoholischen noch eine bakterielle Milchsäuregärung stattfindet, die zu dem typischen säuerlichen Geschmack führt. Eine weitere Eigenart besteht in dem Zusatz von Kochsalz und Koriander.

Was bedeutet Dubbel, Tripel und Quadrupel bei belgischem Bier?

Dubbel, Tripel und Quadrupel haben ihren Ursprung in den Kloster- und Trappistenbrauereien Belgiens. Mit diesem Zusatz wollten die Klöster ihre Biere beschreiben bzw. für eine bessere Unterscheidbarkeit benennen. Es gibt viele Geschichten darüber, was mit diesen Bezeichnungne versucht wurde zu bezwecken. Viele entsprechen aber nicht der Wahrheit. Was allerdings eindeutig ist, diese Bezeichnungen geben Aufschluss über den Alkoholgehalt des Bieres.

Zur damaligen Zeit brauten vielen Klöster- und Trappistenbrauereien, aber auch die privaten Brauereien auf Grund von Rohstoffknappheit, geringen Lagerkapazitäten oder mangels unzureichender Brautechnik nur ein Bier, quasi das Hausbier. Die Kloster- und Trappistenbrauereien waren es, die schon früh weitere Biere – zum Beispiel für besondere Anlässe oder Feiertage – brauten.

Das Dubbel unterschied sich zum Hausbier dahingehend, dass es eine zweite Gärung in der Flasche durchlief und mit 6-8 % ungefähr doppelt so stark war, als das Hausbier.

Das Tripel durchlief die Hauptgärung, eine zusätzliche Gärung bei niedriger Temperatur sowie eine Flaschengärung – also drei Gär-Phasen. Außerdem war es mit 8-10 % ungefähr dreimal so stark als das Hausbier.

Das Quadrupel – na wer kann es erahnen? Hatte zwar ebenfalls nur drei Gär-Phasen, war allerdings mit über 10 % Alkoholgehalt ungefähr viermal so stark als das Hausbier.

Heute sind aus diesen drei Bier-Begriffen eigenständige Biersorten geworden, die sich hinsichtlich ihres Charakters deutlich voneinander unterscheiden.

Dubbel, Tripel oder Quadrupel Biere haben ihren Fokus weiterhin in Belgien und den Niederlanden. Dennoch gibt es weltweit einige Brauereien die ihre Biere mit diesem Zusatz benenne. Ein Beispiel aus Deutschland wäre zum Beispiel das „Baltic Dubbel“ von der Inselbrauerei Rügen.

Hier findest du noch mehr Tipps & Tricks sowie Wissenswertes rund ums Bier.

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